Ein Erklärvideo ist ein kurzes Video, das ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein abstraktes Konzept in wenigen Minuten anschaulich erklärt. Unternehmen nutzen dieses Format in der Schulung, im Produktmarketing und im Vertrieb, weil es komplizierte Zusammenhänge schneller vermittelt als jedes Handbuch. Wer ein Lernvideo erstellen möchte, steht deshalb selten vor der Frage nach dem Ob, sondern vor der Frage nach dem Wie.
Genau hier setzt diese Anleitung zum Erklärvideo erstellen an. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen zuerst einfache Apps für den schnellen Einstieg, danach sechs Programme für anspruchsvollere Projekte im Vergleich – und zum Schluss eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der Sie Ihr erstes Video mit der Software iSpring Suite aufnehmen, schneiden und veröffentlichen.
Erklärvideo mit DSGVO-konformem Tool in wenigen Klicks erstellen!
Lernvideo erstellen App: Die besten Tools im Überblick
Bevor es in den ausführlichen Vergleich geht, gibt Ihnen die folgende Liste einen schnellen Überblick über die sechs Tools, die im nächsten Abschnitt im Detail besprochen werden. Am schnellsten gelingt der Einstieg mit einer einfachen Lernvideo-App direkt im Browser oder auf dem Smartphone – für kurze interne Clips reicht das oft völlig aus, ohne dass gleich ein umfangreiches Programm installiert werden muss. Jede Kurzbeschreibung nennt die Positionierung des Werkzeugs, damit Sie schnell einordnen können, was zu Ihrem Vorhaben passt.
- iSpring Suite – PowerPoint-basiertes Autorentool mit eigenem Videostudio. Richtig, wenn das Erklärvideo direkt in einen Kurs mit Wissensfragen und SCORM-Export gehören soll.
- Camtasia – Bildschirmaufnahme und Videobearbeitung in einem Programm. Weit verbreitet für Tutorials, Software-Demos und Anleitungen zu internen Anwendungen.
- Vyond – Cloud-Tool für animierte Erklärvideos mit Figuren. Sinnvoll überall dort, wo eine erzählte Geschichte mehr bewirkt als eine reine Bildschirmaufnahme.
- Powtoon – Online-Baukasten für animierte Erklärvideos und Präsentationen. Leicht zugänglich für alle, die bislang vor allem Folien gestaltet haben.
- Animaker – Online-Tool mit breiter Vorlagenauswahl für animierte und real gefilmte Erklärvideos, das ein Projekt in mehreren Seitenverhältnissen ausgibt.
- Wave.video – Online-Videoeditor mit Fokus auf Marketing- und Social-Media-Formate, also auf kurze Clips für mehrere Kanäle.
Welches dieser Werkzeuge das passende ist, hängt weniger vom Funktionsumfang als vom Vorhaben dahinter ab. Wer nur einmalig einen Lehrfilm erstellen möchte, kommt mit einem einzelnen Werkzeug schnell zum Ziel und braucht keine Kursstruktur drumherum. Wer dagegen regelmäßig weitere Erklärfilme erstellen will, sollte auf ein Programm achten, das Vorlagen, Vertonung und Gestaltung über mehrere Folgen hinweg konsistent hält. Und wer professionelle Lernvideos für eine ganze Kursreihe braucht, achtet zusätzlich darauf, wie eng sich Aufnahme, Wissensabfrage und Veröffentlichung miteinander verbinden lassen. Genau nach diesen Gesichtspunkten ordnet der folgende Vergleich die sechs Programme ein.
Explainity Video erstellen: Top-Software im Vergleich
Der Aufwand lohnt sich: Ein Erklärvideo auf der Landingpage kann die Conversion-Rate um bis zu 80 % steigern, und einer Befragung von über 900 Fachleuten zufolge produziert mehr als die Hälfte der Unternehmen regelmäßig Lehr- und Erklärvideos. Entsprechend groß ist das Angebot an Werkzeugen – die folgenden sechs Programme decken die gängigen Anwendungsfälle vom Screencast über die Zeichentrickanimation bis zum kompletten Schulungskurs ab. Wer ein Explainity Video erstellen will, statt eine Agentur zu beauftragen, findet darunter für nahezu jeden Anwendungsfall das passende Werkzeug.
Für Unternehmen ist diese Auswahl mehr als eine Geschmacksfrage: Das Werkzeug entscheidet darüber mit, wie lange ein Video von der ersten Idee bis zur Freigabe braucht, wer es später aktualisieren kann und ob sich der Inhalt überhaupt in eine bestehende Lernumgebung einfügt. Ein Programm, das ausschließlich die fertige Videodatei liefert, verlagert alle weiteren Schritte in andere Werkzeuge – und damit auch den Abstimmungsaufwand zwischen Fachabteilung, Redaktion und Personalentwicklung. Deshalb zahlt es sich aus, einmal vor dem ersten Projekt gründlich zu vergleichen, statt mitten in einer laufenden Videoreihe zu wechseln und alle bereits veröffentlichten Folgen nachzubauen.
1. iSpring Suite
iSpring Suite ist ein PowerPoint-basiertes Autorentool, mit dem Sie neben Kursen, Quiz und Dialogsimulationen auch vollwertige Erklär- und Schulungsvideos produzieren. Das enthaltene Videostudio nimmt den Bildschirm und die Webcam auf, importiert vorhandene Videodateien und baut die Rohaufnahme mit Folien, Bildern, Infografiken und Untertiteln zu einem fertigen Erklärvideo aus – samt Hintergrundmusik und Voiceovers. Sie arbeiten dabei in der gewohnten PowerPoint-Oberfläche, die um eine eigene Menüleiste ergänzt wird.
Hauptmerkmale:
- Bildschirm- und Webcam-Aufnahme über das enthaltene Videostudio iSpring Cam Pro, wahlweise einzeln oder gleichzeitig.
- Einbindung von Folien, Bildern, Infografiken und Untertiteln direkt in die Videospur.
- Unterstützung für Hintergrundmusik und Voice-Over-Aufnahme im selben Arbeitsschritt.
- Direktes Einfügen des fertigen Videos in die Kursfolie, ohne Umweg über eine externe Datei.
- SCORM-Export für die Veröffentlichung auf gängigen Lernplattformen.
Der Preis liegt bei 970 € pro Autor und Jahr für Unternehmen sowie bei 720 € pro Autor und Jahr für Freelancer; beim Kauf über den Online-Shop gibt es 5 % Rabatt darauf. Die Testversion läuft 14 Tage und verlangt keine Kreditkarte.
Wie sich das im eigenen Kurs anfühlt, zeigt am schnellsten die kostenlose Testversion von iSpring Suite. Wer den Aufbau lieber gezeigt bekommt, fordert eine persönliche Demo an.
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Nach Erfahrung der iSpring-Fachleute ist das Werkzeug vor allem für jene Unternehmen und Freelancer die richtige Wahl, die ihre Kurse ohnehin in PowerPoint aufbauen und Text, Video und SCORM-Export an einer einzigen Stelle halten wollen, statt zwischen Schnittprogramm, Autorentool und Lernplattform hin und her zu wechseln. Der praktische Gewinn liegt weniger in einer einzelnen Funktion als im durchgehenden Ablauf: Sie nehmen auf, schneiden, ergänzen Untertitel, fügen das Video in die Folie ein und veröffentlichen den fertigen Kurs, ohne die Datei zwischendurch exportieren und in ein anderes Programm laden zu müssen.
2. Camtasia
Camtasia verbindet Bildschirmaufnahme und Videobearbeitung in einem Programm und ist dadurch weit verbreitet, wenn es um Tutorials, Software-Demos und Anleitungen für interne Systeme geht. Typische Einsatzfälle sind die Vorstellung einer neuen Anwendung, die Erklärung eines Formulars oder die Dokumentation eines Arbeitsschritts, den sonst jede neue Kollegin und jeder neue Kollege einzeln gezeigt bekommen müsste. Sie zeichnen einen Arbeitsablauf am Rechner auf und bearbeiten ihn anschließend in derselben Anwendung weiter, ohne die Datei exportieren und in ein zweites Werkzeug laden zu müssen. Das spart im Alltag spürbar Zeit, weil Aufnahme und Nachbearbeitung eng ineinandergreifen.
Hauptmerkmale:
- Aufnahme von Bildschirm und Webcam, wahlweise mit Systemton und Mikrofon.
- Schnitt-Timeline mit mehreren Spuren für Video, Ton, Text und Grafiken.
- Vorlagen, Übergänge und Effekte wie Zoom auf Bildschirmausschnitte oder Hervorhebung des Mauszeigers.
- Interaktive Elemente wie Wissensfragen und anklickbare Schaltflächen im Video.
Besonders nützlich sind die Effekte für Bildschirminhalte: Ein automatischer Zoom auf die Stelle, an der geklickt wird, macht kleine Schaltflächen auch auf einem Mobilgerät erkennbar. Wer Software erklärt, spart sich damit umständliche Pfeile und Rahmen im Bild. Hilfreich ist außerdem, dass sich der Aufnahmebereich vor dem Start auf ein einzelnes Fenster oder einen frei gewählten Ausschnitt begrenzen lässt – so bleiben E-Mail-Programm, Kalender und andere geöffnete Dokumente zuverlässig außerhalb des Bildes.
Für Teams, deren Videos überwiegend Bildschirmabläufe zeigen und die keinen Bedarf an Zeichentrickfiguren haben, ist Camtasia daher ein naheliegender Ausgangspunkt. Der Einstieg gelingt schnell, weil die Timeline dem Aufbau bekannter Schnittprogramme folgt und sich Titel, Musik und Sprecherspur wie gewohnt übereinanderlegen lassen.
Wer die fertigen Videos anschließend in strukturierte Kurse mit Kapiteln, Wissenstests und Fortschrittsanzeige einbetten möchte, braucht dafür allerdings weiterhin ein Autorentool oder eine Lernplattform – das Programm liefert die Videodatei, nicht den Kurs darum herum. In der Praxis führt das zu einer Zweiteilung des Ablaufs: Aufnahme und Schnitt geschehen im Videoprogramm, die didaktische Verpackung anschließend an anderer Stelle. Für kleine Teams bedeutet das einen zusätzlichen Übergabepunkt, an dem Dateiversionen auseinanderlaufen können.
3. Vyond
Vyond ist ein Cloud-Werkzeug, das sich auf animierte Erklärvideos mit Figuren spezialisiert hat. Statt Bildschirminhalte aufzunehmen, stellen Sie Szenen zusammen: eine Umgebung, handelnde Figuren, Requisiten und eine Tonspur. Das Format eignet sich für Themen, die sich schlecht filmen lassen – etwa Verhaltensregeln, Abläufe zwischen mehreren Abteilungen oder heikle Situationen im Kundenkontakt, die man nicht mit echten Personen nachstellen möchte.
Hauptmerkmale:
- Umfangreiche Bibliothek an Figuren, Szenen, Requisiten und Hintergründen.
- Drag-and-drop-Editor, der ohne Animationskenntnisse bedienbar ist.
- Lippensynchrone Sprechanimation und vorgefertigte Bewegungsabläufe für die Figuren.
- Freigabe- und Kommentarfunktionen für die Abstimmung im Team.
Weil das Werkzeug in der Cloud läuft, arbeiten mehrere Beteiligte am selben Projekt, ohne Dateien hin- und herzuschicken. Fachabteilung, Redaktion und Rechtsabteilung sehen dieselbe Fassung und kommentieren direkt an der Szene – das verkürzt Abstimmungsschleifen erheblich.
Vyond spielt seine Stärke dort aus, wo eine erzählte Geschichte mehr bewirkt als eine nüchterne Bildschirmaufnahme. Ein Konflikt zwischen zwei Figuren bleibt länger im Gedächtnis als eine Aufzählung von Regeln, und genau das nutzen viele Unternehmen für Schulungen zu Verhalten, Sicherheit und Zusammenarbeit. Eine klare Grenze hat das Werkzeug allerdings dort, wo eine Softwareoberfläche Schritt für Schritt vorgeführt werden soll: Reine Bildschirmabläufe lassen sich mit einer Figurenanimation nicht abbilden, dafür brauchen Sie zusätzlich ein Aufnahmeprogramm.
Der Weg vom Skript zum fertigen Video ist dabei länger als beim Screencast, weil jede Szene bewusst gestaltet werden will – dafür kommt das Ergebnis einer klassischen Agenturproduktion deutlich näher. Planen Sie für das erste Projekt entsprechend Einarbeitungszeit ein und schreiben Sie das Skript vollständig, bevor Sie die erste Szene bauen. Wer mitten in der Produktion noch am Text feilt, verliert die meiste Zeit mit dem Nachjustieren bereits animierter Abschnitte. Sinnvoll ist außerdem, einen festen Satz an Figuren und Umgebungen zu bestimmen und ihn über alle Videos hinweg beizubehalten – so entsteht mit der Zeit eine wiedererkennbare Bildsprache für Ihre Schulungen.
4. Powtoon
Powtoon ist ein Online-Baukasten für animierte Erklärvideos und Präsentationen. Sie arbeiten im Browser mit einer Szenenfolge, die an eine Präsentation erinnert: Jede Szene bekommt Text, Objekte und eine Animation, die Reihenfolge der Szenen ergibt das fertige Video. Dadurch fällt der Einstieg besonders leicht, wenn Sie bislang vor allem Folien gestaltet haben und der Aufbau eines Videoprojekts für Sie noch ungewohnt ist.
Hauptmerkmale:
- Vorlagenbibliothek für typische Anlässe wie Produktvorstellung, Ablaufbeschreibung oder Ankündigung.
- Animationsobjekte, Figuren und Symbole, die sich per Klick in die Szene ziehen lassen.
- Sprachaufnahme direkt im Editor, sodass Bild und Ton in einem Durchgang entstehen.
- Export in gängige Videoformate sowie Veröffentlichung als Link.
Weil Sie im Browser arbeiten, entfällt die Installation, und Kolleginnen und Kollegen können ein Projekt übernehmen, ohne dieselbe Software auf dem eigenen Rechner zu haben. Für Abteilungen mit strengen Vorgaben zur Softwareinstallation ist das ein handfester Vorteil.
Powtoon passt zu Teams, die regelmäßig kurze animierte Videos für interne Ankündigungen, für die Personalabteilung oder für das Marketing brauchen und dabei ohne separates Schnittprogramm auskommen möchten. Der Baukasten belohnt kurze Formate: Je knapper das Skript, desto besser trägt der Szenenaufbau. Für wiederkehrende Anlässe wie die Begrüßung neuer Mitarbeitender lohnt es sich, eine einmal gebaute Szenenfolge als eigene Vorlage zu sichern und darin später nur noch Namen, Termine und Bilder auszutauschen.
Wer längere Inhalte plant, teilt sie besser in mehrere kurze Videos auf, statt eine Szenenfolge über viele Minuten zu strecken. Für tiefergehende Kursstrukturen mit Wissensabfragen, Verzweigungen und Auswertung ist der Baukasten dagegen nicht gedacht – die Videos entstehen als abgeschlossene Einheiten, die Sie anschließend in einer Lernplattform einsortieren müssen. Als Ergänzung zu einem Autorentool kann das trotzdem sinnvoll sein, etwa für einen animierten Vorspann, der jeden Kurs eröffnet.
5. Animaker
Animaker ist ein Online-Tool für animierte und real gefilmte Erklärvideos, das vor allem über die Breite seiner Vorlagen punktet. Sie wählen einen Stil – von der schlichten Infografik über die Tafelanimation bis zur Figurenanimation – und passen ihn an Ihr Thema an. Wer mehrere Kanäle parallel bespielt und für jeden Anlass einen anderen Look braucht, findet hier für die meisten Fälle einen passenden Ausgangspunkt.
Hauptmerkmale:
- Große Bibliothek an Vorlagen, Figuren, Symbolen und Hintergrundgrafiken.
- Mehrere Seitenverhältnisse für Website, Videoplattformen und soziale Netzwerke.
- Einfach gehaltene Timeline, in der Sie Szenen verlängern, kürzen und neu anordnen.
- Musik- und Sprachspuren, die sich getrennt vom Bild bearbeiten lassen.
Praktisch ist die Mischung der Stile: Sie können eine Bildschirmaufnahme, eine Infografik und eine kurze Figurenszene in einem Projekt kombinieren, statt für jedes Element ein eigenes Werkzeug zu bemühen. Weil das Tool vollständig im Browser läuft, hängt die Arbeitsgeschwindigkeit bei umfangreichen Projekten allerdings spürbar an der Internetverbindung – für längere Bearbeitungssitzungen sollten Sie eine stabile Leitung einplanen.
Die Vorlagenvielfalt ist Stärke und Fallstrick zugleich. Sie kommen schnell zu einem Ergebnis, sollten aber von Anfang an festlegen, welcher Stil zu Ihrer Marke gehört und welcher nicht. Sonst entstehen Videos, die für sich genommen überzeugen, in der Reihe jedoch uneinheitlich wirken.
Ein kurzer Gestaltungsleitfaden mit Farben, Schriftart, Vorspann und Sprecherstil verhindert das zuverlässig – und beschleunigt gleichzeitig jedes weitere Projekt, weil die Grundentscheidungen bereits getroffen sind. Für Marketing- und Personalteams, die viele kurze Videos in unterschiedlichen Formaten ausspielen, ist Animaker deshalb ein solider Ausgangspunkt; für tief strukturierte Schulungsinhalte bleibt es ein reines Produktionswerkzeug. Nützlich ist die Möglichkeit, ein fertiges Projekt in mehreren Seitenverhältnissen auszugeben: Dasselbe Video läuft damit ohne erneute Gestaltung auf der Website, im Newsletter und im sozialen Netzwerk.
6 Wave.video
Wave.video ist ein Online-Videoeditor mit klarem Schwerpunkt auf Marketing- und Social-Media-Videos. Das Werkzeug richtet sich an Teams, die viele kurze Videos für unterschiedliche Kanäle brauchen und dieselbe Botschaft mehrfach ausspielen: im Hochformat für das Smartphone, im Querformat für die Website und als quadratischen Clip für den Beitrag im sozialen Netzwerk. Der Editor läuft vollständig im Browser, eine Installation entfällt.
Hauptmerkmale:
- Vorlagenbibliothek für kurze Werbe-, Ankündigungs- und Produktvideos.
- Integrierte Stock-Videos, Bilder und Tonspuren direkt im Editor.
- Automatische Anpassung eines Projekts an verschiedene Social-Media-Formate.
- Untertitel und Texteinblendungen für die Wiedergabe ohne Ton.
Die Untertitelfunktion ist dabei mehr als eine Zugabe: Ein erheblicher Teil der Videos in sozialen Netzwerken wird stumm abgespielt, sodass eingeblendeter Text häufig die einzige Botschaft ist, die tatsächlich ankommt. Hilfreich ist zudem die im Editor eingebundene Mediathek: Für ein kurzes Ankündigungsvideo müssen Sie kein eigenes Bildmaterial drehen, sondern setzen den Clip aus vorhandenen Aufnahmen, Texttafeln und Musik zusammen.
Für die schnelle Verwertung eines Themas über mehrere Kanäle hinweg ist Wave.video praktisch, weil Sie ein Projekt einmal anlegen und daraus mehrere Zuschnitte gewinnen. Gerade bei wiederkehrenden Formaten – Produktneuheit, Veranstaltungshinweis, Kundenstimme – zahlt sich das aus, sobald dieselbe Vorlage zum zweiten und dritten Mal befüllt wird.
Als Werkzeug für längere Schulungsvideos oder für die Kurserstellung ist es dagegen nicht ausgelegt. Dort liegt der Bedarf weniger bei Formatvarianten als bei Struktur, Vertonung, Wissensabfrage und Auswertung. Für Marketingteams ist Wave.video daher eine sinnvolle Ergänzung neben dem Autorentool, aber kein Ersatz dafür. Wenn Ihre Videos hauptsächlich Interesse wecken und auf eine Seite führen sollen, sind Sie hier richtig; sobald sie Wissen vermitteln und belegen müssen, führt der Weg zurück zu einem Werkzeug mit Kursfunktionen.
E-Learning-Videos erstellen: Schritt für Schritt
Wie sieht der Weg vom leeren Projekt zum fertigen Video konkret aus? Die folgende Anleitung zum Erklärvideo begleitet Sie durch fünf Schritte in iSpring Suite – von der Installation über die Aufnahme bis zur Veröffentlichung. Dieselbe Reihenfolge gilt, egal ob Sie E-Learning-Videos erstellen, ein kurzes Tutorial-Video erstellen oder eine ganze Schulungsreihe planen.
Schritt 1: iSpring Suite herunterladen und installieren
Laden Sie die Testversion von der Produktseite herunter und starten Sie die Installationsdatei. Die Software setzt eine vorhandene PowerPoint-Installation voraus, denn sie arbeitet nicht als eigenständiges Programm, sondern als Erweiterung. Nach der Installation öffnen Sie PowerPoint wie gewohnt und finden dort eine zusätzliche Menüleiste mit dem Namen iSpring Suite.
Über diese Leiste erreichen Sie sämtliche Funktionen: Quiz, Dialogsimulation, Interaktion, Bildschirmaufnahme und Veröffentlichung. Die Testversion läuft 14 Tage und verlangt keine Kreditkarte, sodass Sie ein vollständiges Erklärvideo produzieren und intern vorstellen können, bevor über eine Anschaffung entschieden wird.
Legen Sie zum Start entweder eine neue Präsentation an oder öffnen Sie eine bestehende, in die das Video später eingebettet werden soll. Wenn Sie ohnehin schon Foliensätze zum Thema besitzen, ist das der schnellste Weg: Aus einer vorhandenen Präsentation wird mit wenigen Ergänzungen ein Kurs mit Video.
Schritt 2: Bildschirmaufnahme mit iSpring Cam Pro starten
Klicken Sie in der iSpring-Suite-Symbolleiste auf Bildschirmaufnahme. Das Videostudio iSpring Cam Pro öffnet sich und fragt, ob Sie ein neues Video aufnehmen, ein bestehendes Videoprojekt öffnen oder ein leeres Projekt anlegen möchten. Für ein neues Erklärvideo wählen Sie die Aufnahme.
Anschließend legen Sie die Quelle fest: nur den Bildschirm, nur die Webcam oder beides gleichzeitig. Die Kombination ist für Schulungsvideos besonders nützlich, weil die Lernenden den Ablauf am Bildschirm sehen und zugleich das Gesicht der erklärenden Person – das erhöht die Aufmerksamkeit spürbar. Bestimmen Sie danach den Aufnahmebereich, prüfen Sie kurz den Mikrofonpegel und starten Sie die Aufzeichnung.
Sprechen Sie in kurzen Sätzen und machen Sie an jeder Kapitelgrenze eine deutliche Pause. Diese Pausen erleichtern den Schnitt im nächsten Schritt erheblich, weil Sie die Trennstellen später auf einen Blick in der Tonspur erkennen.
Schritt 3: Video schneiden und mit Materialien ergänzen
Nach dem Stoppen der Aufnahme landen Sie automatisch im Videostudio. Hier schneiden Sie Versprecher und Wartezeiten heraus, kürzen den Anfang und trennen die Aufnahme bei Bedarf in einzelne Abschnitte. Anschließend ergänzen Sie das Material, das aus der Rohaufnahme ein vollständiges Erklärvideo macht.
Fügen Sie Folien für die Einleitung und die Zusammenfassung ein, ergänzen Sie Bilder und Infografiken an den Stellen, an denen Zahlen oder Zusammenhänge sichtbar werden sollen, und setzen Sie Untertitel für alle, die ohne Ton zusehen. Hintergrundmusik und eine separat aufgenommene Voice-Over-Spur lassen sich getrennt vom Bild einstellen, sodass Sie die Lautstärke genau austarieren können.
Wer ein Erklärvideo machen will, das später in einer Reihe steht, legt an dieser Stelle einmal ein Muster für Vor- und Nachspann fest und verwendet es in allen weiteren Folgen wieder. Das spart Zeit und sorgt für einen einheitlichen Auftritt.
Schritt 4: Video in die Kursfolie einfügen
Speichern Sie den Kurs vor dem Einfügen lokal ab – ohne gespeicherte Datei findet die Software keinen Ablageort für das Video. Klicken Sie danach im Videostudio auf Speichern und zum Kurs zurückkehren. Das fertige Video wird automatisch der aktuellen Folie hinzugefügt, und Sie landen wieder in PowerPoint.
Ein bereits eingefügtes Video ersetzen Sie über dieselbe Schaltfläche: Wählen Sie die Folie mit dem Video aus, starten Sie die Bildschirmaufnahme erneut und speichern Sie das überarbeitete Ergebnis zurück in den Kurs. So aktualisieren Sie einzelne Abschnitte, ohne den gesamten Kurs neu aufzubauen – ein klarer Vorteil, wenn sich nur eine Oberfläche oder eine Vorschrift geändert hat.
Ergänzen Sie auf den Folien vor und nach dem Video eine kurze Einordnung: Was sehen die Lernenden gleich, und was sollen sie danach können? Diese beiden Sätze erhöhen die Aufmerksamkeit und machen den Kurs auch für Personen verständlich, die ihn nicht von Anfang an durchlaufen.
Schritt 5: Kurs veröffentlichen und Erklärvideo teilen
Zum Abschluss veröffentlichen Sie den Kurs samt Video über die Schaltfläche Veröffentlichen. Für die Nutzung auf einer Lernplattform wählen Sie den SCORM-Export, der neben dem Video auch Wissensfragen und Fortschrittsdaten überträgt. Für die Verbreitung außerhalb einer Lernplattform genügt eine HTML5-Ausgabe, die sich auf der Website einbinden oder als Datei weitergeben lässt.
Prüfen Sie das Ergebnis vor der Freigabe einmal vollständig auf einem Mobilgerät: Sind die Untertitel lesbar, ist der Ton ausgewogen, sind die Schaltflächen groß genug? Erst danach geben Sie den Kurs für die Zielgruppe frei – für Mitarbeitende in der Einarbeitung, für Partnerbetriebe oder für Kundinnen und Kunden im Vertrieb.
Wer auf einer Lernplattform veröffentlicht, sieht anschließend im Bericht, wie viele Personen das Video angesehen und wie sie die zugehörigen Wissensfragen beantwortet haben. Diese Rückmeldung ist der eigentliche Unterschied zur bloßen Videodatei: Sie erkennen, welche Stellen nachgeschärft werden müssen, und verbessern die nächste Folge gezielt.
Fazit
Welches Werkzeug das richtige ist, hängt allein von Ihrem Anspruch ab. Für einen schnellen Clip genügt eine einfache Lernvideo-App am Smartphone. Wer regelmäßig aufwendige Animationen mit Figuren und Szenen braucht, ist mit spezialisierter Erklärvideo-Software gut bedient – auch Erklärfilme im Agenturstil entstehen damit ohne externe Produktion. Und sobald das Video Teil einer Schulung wird, zählt vor allem, wie leicht sich Aufnahme, Kursaufbau, Wissensabfrage und Veröffentlichung miteinander verbinden lassen.
Stellen Sie sich vor der Entscheidung deshalb drei Fragen: Wie oft entstehen neue Videos, wer soll sie später pflegen, und muss der Lernfortschritt nachweisbar sein? Die Antworten grenzen das Feld schneller ein als jede Funktionsliste – und ersparen Ihnen den Umweg über ein Werkzeug, das nach dem dritten Video an seine Grenzen stößt.
Unserer Einschätzung nach ist iSpring Suite genau für diesen letzten Fall die richtige Wahl: für Unternehmen und Freelancer, die ihr Erklärungsvideo erstellen und es unmittelbar in einen Kurs mit Wissensfragen und SCORM-Export einbetten wollen, statt drei Programme nebeneinander zu betreiben. Testen Sie iSpring Suite 14 Tage kostenlos oder lassen Sie sich in einer persönlichen Demo zeigen, wie sich Ihr erstes Erklärvideo in wenigen Schritten erstellen lässt.
FAQ
Wie ist der typische Aufbau eines Erklärvideos?
Bewährt hat sich eine Dramaturgie in vier Teilen: Zuerst zeigen Sie das Problem oder die Ausgangssituation, in der sich die Zielgruppe wiedererkennt. Danach stellen Sie die Lösung oder das Produkt vor und belegen im dritten Teil den konkreten Nutzen, am besten an einem nachvollziehbaren Beispiel.
Am Ende steht eine klare Handlungsaufforderung – etwa der Hinweis auf eine Testversion, ein Beratungsgespräch oder den nächsten Kursabschnitt. Wichtig ist die Kürze: Die meisten Erklärvideos bleiben deutlich unter drei Minuten, weil die Aufmerksamkeit danach spürbar nachlässt. Wenn der Stoff mehr Zeit verlangt, teilen Sie ihn besser in mehrere kurze Videos auf, die jeweils einer eigenen Frage folgen.
Wie erstelle ich ein Erklärvideo?
Legen Sie zuerst Zielgruppe und Kernbotschaft fest und schreiben Sie daraus ein Skript, das den Ablauf Satz für Satz vorgibt. Danach wählen Sie ein passendes Werkzeug – die Übersicht der Apps und der Vergleich der sechs Programme weiter oben helfen bei der Einordnung. Prüfen Sie dabei, ob Sie den Ablauf am Bildschirm zeigen oder eine Situation nachstellen wollen; davon hängt ab, ob Screencast oder Animation der richtige Weg ist.
Anschließend nehmen Sie den Bildschirm auf oder bauen die Animation, vertonen das Ergebnis und ergänzen Untertitel. Zum Schluss veröffentlichen Sie das Video dort, wo Ihre Zielgruppe es tatsächlich findet: auf der Lernplattform, auf der Produktseite oder im Kanal Ihrer Wahl. Rechnen Sie beim ersten Projekt großzügig: Skript und Vertonung kosten mehr Zeit als die Aufnahme selbst, dafür läuft jedes weitere Video deutlich schneller durch.
Was sind Erklärvideos?
Erklärvideos sind kurze Videos, die ein Produkt, eine Dienstleistung oder ein komplexes Konzept anschaulich und leicht verständlich darstellen. Sie arbeiten je nach Zweck mit Animation, mit Bildschirmaufnahmen oder mit Realaufnahmen und werden fast immer von einem gesprochenen Text begleitet, der den roten Faden vorgibt.
In Unternehmen kommen sie in der Einarbeitung neuer Mitarbeitender, in der Produktschulung, im Vertrieb und im Marketing zum Einsatz – überall dort, wo eine Erklärung schneller ankommt, wenn man sie sieht, statt sie zu lesen. Vom Imagefilm unterscheiden sie sich durch den Zweck: Ein Erklärvideo will nicht in erster Linie beeindrucken, sondern verständlich machen.
Welche Tipps gibt es für ein gutes Erklärvideo?
Konzentrieren Sie sich auf eine einzige Kernbotschaft statt auf fünf gleichrangige Punkte – alles Weitere gehört in ein zweites Video. Beginnen Sie mit dem Nutzen für die Zuschauenden, nicht mit der Firmengeschichte, denn über die ersten Sekunden entscheidet sich, ob jemand dranbleibt. Schreiben Sie kurze Sätze ins Skript, achten Sie auf eine saubere Vertonung und ergänzen Sie Untertitel, weil ein großer Teil der Wiedergaben ohne Ton stattfindet. Beenden Sie das Video mit einer eindeutigen Handlungsaufforderung und exportieren Sie es in dem Format, das zur Zielplattform passt.
Lassen Sie den ersten Entwurf außerdem von einer Person gegenlesen, die nicht im Thema steckt – sie merkt sofort, an welcher Stelle eine Erklärung fehlt. Mit dieser Anleitung zum Erklärvideo erstellen und dem passenden Werkzeug produzieren Sie schon bald professionelle Lernvideos, die Ihre Zielgruppe überzeugen.